xtcModified – Evolution statt Revolution?

Es ist jetzt schon einige Jahre her, dass die letzte Version 3 von xt:Commerce veröffentlicht wurde und nach und nach suchen die Shopbetreiber, dessen Shops auf dieser Version beruht, für einen Relaunch ein aktuelles System.

Seit dem erscheinen von VEYTON 4 wird von offizieller Seite, also von der xt:Commerce GmbH, die 3er Version nicht weiterentwickelt und lediglich Sicherheitspatches zur Verfügung gestelt. Da die xt:Commerce 3 auf der GPL-Lizenz basiert, kann der Quellcode in eigenen Projekten weiterentwickelt werden, so genannten Forks. Meiner Einschätzung nach, ist das meistverbreiteste Projekt in diesem Bereich xtcModified. Es gibt zwar weitere Projekte dieser Art, die aber bei weitem nicht die Verbreitung bzw. so eine große Community vorzuweisen haben.

Bei der Aktualisierung von Webshops bzw. der Neuentwicklung stehen die Entwickler heutzutage vor der Frage ob man eines der neusten Systeme verwendet, bspw. VEYTON, OXID, PrestaShop, Magento und Shopware oder sozusagen eine Update auf xtcModified macht. Denn das Projekt hatte es sich auch zum Ziel gemacht mögliche Bugs aus xt:Commerce 3.04 SP 2.1 zu entfernen.

Zu den Vorteilen von xtc modified gehört es sicherlich, dass alte xt:C Templates eventuell auch in xtcModified Templates umgewandelt  bzw. Teile übernommen werden können. Auch xt:Commerce Module können zu großen Teilen als xtcModified Module genutzt werden bzw. eine Vielzahl von Modulen wurde bereits integriert. Das mitgelieferte xtc Modified Template ist CSS basiert. Eine brauchbare Dokumentation ist ebenfalls verfügbar.

Auch auf die Schwachpunkte möchte ich eingehen: Letzendlich ist das System im Kern noch immer ein xt:Commerce bzw. oscommerce. Der Quellcode ist in weiten Teilen immer noch verbesserungswürdig strukturiert und die Objektorientierung ist auch noch nicht vollständig gegeben. Das sind Schönheitsfehler.

Das größte Manko ist, meiner Meinung nach, dass es keine Modul / Plugin-Schnittstelle gibt, die Kern und Erweiterungen trennt. So können Änderungen zwar schnell einfach in den Quellcode reingeschrieben werden, aber die Entfernung und Integration mehrerer Module ist schwierig und die Anpassung der Admin-Oberfläche bleibt weiterhin eine sehr unübersichtliche Sache.

Dass das Backend immer noch ein bisschen Altbacken daherkommt, sollte ebenfalls erwähnt werden, mag aber manch einem Shopbetreiber ganz recht sein, da er sich nicht wesentlich umstellen muss.

Was meiner Meinung nach nicht so gelungen ist, ist die Versionierung des Systems. Da werden Service Packs für xtcModified veröffentlicht, die eine Vielzahl Dateien und Änderungen umfasst. Warum dann nicht gleich ein Minor Release gemacht wird, habe ich nicht noch nicht verstanden und verwirrt. Wenn ich mal das Update von Version 1.05 SP 1 auf SP 1a nehme, dann sind das eine Vielzahl von Datei, die es fast unmöglich macht, einen bereits angepassten Shop auf diese Version zu bringen. Der Sinn ein Programm mit Service Packs zu versionieren habe ich ohnehin nicht verstanden, einfacher wäre es meiner Meinung einfach 1.5.1 , 1.5.2 zu schreiben.

Was man den xtcModified Entwicklern zu Gute halten muss, ist die Tatsache, dass sie sehr gut auf ihre Nutzer und Community eingehen. Als es das Forum plötzlich kostenpflichtig werden sollte um den Aufwand zu refinanzieren und sich die Community darum sehr aufgeregt hat, wurde sehr schnell reagiert und ein anderes Modell gefunden, mit dem wohl alle beteiligten jetzt gut Leben können. Vgl. im Forum

Meine Meinung zu xtcModified ist ein wenig Zwiespältig: Zu einem lassen sich kleinere Änderungen sehr schnell machen und das Forum stellt für viele Sachen eine Lösung oder ein xtcModified Modul bereit. Die Moderatoren machen einen sehr guten Job.

Allerdings würde ich bei größeren Projekten mit vielen Anpassungen heutzutage eines der Systeme verwenden, die eine Modulschnittstelle vorzuweisen haben. Für kleine Budgets greife ich ab und an noch auf xtcModified zurück. Allerdings scheint es derzeit eher für den „Bastler“ zu Hause zu sein, der selber an seinem Shop Änderungen vornehmen will.

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