xt:Commerce 4 im Auslandseinsatz: UK

Zu den Grundfunktionen von Webshop-Software gehören heutzutage auch die Mehrsprachigkeit und die Nutzung verschiedener Sprachen. Auch xt:Commerce 4 besitzt die Funktionen.

Da wir unsere Büros in London in einer Bürogemeinschaft haben (Achtung Buzzword: Derzeit redet man in diesem Zusammenhang von „Coworking Space“) und ich meiner Büro-Kollegin immer wieder von xt:Commerce 4 erzählt habe (hier wurde noch mit einem OScommerce 2.2 Fork gearbeitet) ergab es sich, dass wir zusammen ein Shop-Projekt für einen britischen Kunden auf Basis xt:Commerce 4 (Version 4.0.14.) realisiert haben. Die dabei gemachten Erfahrungen möchte ich in diesem Artikel zusammenfassen.

Währung

Umstellung der Währung in xt:Commerce 4Wenn man die richtige Einstellung erstmal gefunden hat, dann ist die Umstellung der Währung kein Problem. Anforderung vom Kunden war es, den ganzen Shop nur in GBP laufen zu lassen. Die Währung konnte einfach im Admin angelegt werden.

Der Ansatz Euro einfach umzubennen, war nicht Zielführend, da der ISO-Code nicht geändert werden konnte bzw. sollte. Hat man den Rest unberührt gelassen und nur Währungszeichen und Währungsname geändert wurde bei der Übergabe des Euro-ISO-Codes an PayPal EUR statt GBP übergeben.

Standardwährung Pfund bei xt:CommerceDie richtige Lösung war es, GBP parallel anzulegen und dann den Multiplikator auf 1 einzustellen (damit die eingegeben Preise unverändert blieben. Sollten beide Währungen parallel verwendet werden, muss der Faktor entsprechend angepasst werden und die Preise entsprechend, bei der Eingabe der Produkte beachtet werden). Anschließend stellt man bei den Shopeinstellungen für den betreffenden Mandenten-Shop die Standardwährung auf GBP und entfernt den Währungswechsler aus der index.html des benutzen Templates.

Sprache

englischer Übersetzung  xt:Commerce 4 mit TippfehlerDie Software xt:Commerce 4 wird in Deutsch und Englisch ausgeliefert. Das beschriebene Projekte sollte nur auf Englisch verfügbar sein. Die Umstellung war schnell gemacht. Deutsch konnte einfach im Admin-Bereich, sowohl für das Frontend, als auch für den Admin-Bereich deaktiviert werden. Ein kleines Manko ist allerdings, und somit ein großer Nachteil der Software im Gegensatz zu Magento, dass die englische Übersetzung nicht ganz optimal ist. Teilweise sind Variablen nicht übersetzt in Front- und Backend und auch einige verwendete engl. Phrasen und Sprachbausteine wurden vom Auftraggeber (Muttersprachler) und Projektmanager (lebt 12 Jahre in UK) als nicht optimal eingestuft. Hier konnte aber dank der Sprachvariablen im Administrationsbereich schnell verbessert werden. Dank Sprachenexport kann diese Arbeit beim nächsten Projekt dann vermieden werden.

Zahlungsmittel

Bis auf das besagte Problem mit der Übergabe der falschen Währung auf Grund der falschen Einstellung ließ sich PayPal einfach und schnell über das vorhanden Modul integrieren. Sehr viel aufwendiger war das zweite Zahlungsmittel, das Zahlen mit Kreditkarte.

Dazu muss man vielleicht ein bisschen weiter ausholen. In Großbritiannien ist das Zahlen per Kreditkarte viel verbeiteter als vergleichsweise in Deutschland und wird auch bei kleinen Beträgen unter 10 Pfund oft genutzt. EC-Karten wie in Deutschland gibt es hier nicht. Diese Funktion erfüllen sogenannte Debit-Karten, die bspw. auch von Visa und MasterCard kommen und direkt vom Giro-Konto abbuchen. Um diese Zahlungsmittel anbieten zu können, musste also ein entsprechender Zahlungsmittelabwickler gefunden werden. Eine Wahl wäre Skrill (vormals Moneybookers) gewesen, für das es auch ein fertiges Modul gibt, aber das Geld auf einen Zwischenkonto parkt.

Der Auftraggeber hat eine Anbindung an den Anbieter SagePay gewünscht, der in UK sehr verbreitet ist. Der Vorteil ist dort, dass der SagePay an die Hausbank des Kunden angeschlossen ist und somit das Geld direkt auf dem Geschäftskonto des Händlers landet. Leider gibt es keine fertige Schnittstelle bzw. kein fertiges Zahlungsmodul für SagePay, so dass das Modul eigenentwickelt werden musste. Dank einer sehr guten Testumgebung bei SagePay und einer brauchbaren Dokumentation ist der Aufwand dafür allerdings im Rahmen geblieben.

Fazit

Alles in allem ist xt:Commerce 4 für den Auslandseinsatz gerüstet. Vor dem Einsatz für Händler, die in einem anderen Heimatmarkt als Deutschland, Österreich und die Schweiz aktiv sind, sollten die Anforderungen vorher genaustens geprüft werden.

Insbesondere ist festzustellen ob landesübliche Zahlungsmittel-Schnittstellen vorhanden sind und die gewünschten Sprachen verfügbar sind. Wenn externe Module gekauft werden sollen, sollten auch diese auf die Mehrsprachigkeit geprüft und ggf. selbst übersetzt werden. Stimmen die Rahmenbedingungen sind die Einstellungen schnell gemacht bzw. Anpassungen für andere Länder, Sprachen und Währungen einfach durchgeführt. Bis auf die genannten Punkte bei der Entwicklung ist der Kunde zufrieden mit seinem neuen Shop und es sind deutliche Umsatzsteigerung seit dem Relaunch sichtbar.

1 Kommentar

  1. Hi,
    sehr interessanter Bericht. UK only Projekte habe ich mit xt:Commerce leider noch nicht umgesetzt, aber gut zu wissen, dass die Theorie funktioniert 😉

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